Erklärung über Auftragsvergabe „Vision Dornbirn“ gefordert
Das Leitungsteam der Kreativen Wirtschaft Vorarlberg kritisiert die Vergabe kommunikativer Leistungen durch die Stadt Dornbirn.
Die inzwischen vorliegende Stellungnahme der Stadt beantwortet aus Sicht der Branche die zentrale Frage nicht: Warum wurden Aufträge dieser Größenordnung ohne Ausschreibung an eine Schweizer Agentur vergeben?
Ausgangspunkt der Kritik ist eine Mitgliederbefragung der Kreativen Wirtschaft Vorarlberg aus dem Jahr 2025 zur Fairness bei der Vergabe von Kommunikations- und Werbedienstleistungen in Vorarlberg. Die darin geäußerte Kritik mit zahlreichen Beispielen veranlasste die Vertreterinnen und Vertreter der Branche im vergangenen Jahr zu einer Informationsoffensive bei Wirtschaftsvertretern und öffentlichen Einrichtungen, darunter auch die Stadt Dornbirn.
Bürgermeister Markus Fäßler hatte sich in einem Gespräch bereit erklärt, die Initiative der Branche entsprechend zu unterstützen.
Nach einem Bericht in den Vorarlberger Nachrichten wurde der Auftrag für die Konzeption und Gestaltung der Broschüre „Vision Stadt Dornbirn" ohne Ausschreibung an die Schweizer Agentur „Institut für Geldkultur" vergeben. Die Stadt Dornbirn beziffert die Beauftragungen inzwischen konkret: 63.579,04 Euro im Jahr 2025 sowie 74.478,30 Euro im Jahr 2026 – in Summe rund 138.000 Euro.
Aus der Stellungnahme der Stadt geht hervor, dass es um ein umfassendes Kommunikationspaket handelt. Die Leistungen umfassen unter anderem:
• inhaltliche Verdichtung und redaktionelle Ausarbeitung, Entwicklung der visuellen Identität und des Kommunikationsdesigns sowie Konzeption und Gestaltung der Visionsbroschüre
• strategische, inhaltliche und visuelle Entwicklung des Formats „Kollegium Zukunft", einschließlich Namensentwicklung, Formatkonzeption, redaktioneller Ausarbeitung und Entwicklung der visuellen Identität
• Entwicklung und Positionierung von „nah & fern" als Plattform für Dialog, Information und Austausch innerhalb der Stadtverwaltung sowie in der Stadt Dornbirn, einschließlich Namensentwicklung, Konzeption der zugehörigen Dialogformate und Entwicklung der visuellen Identität
„Hier wurden Kernleistungen unserer Branche vergeben – Beratung, Naming, Corporate Design, Kommunikationskonzeption, Redaktion und Editorial Design. Vorarlberg zählt mit mehr als 1.000 Mitgliedsbetrieben zu den leistungsfähigsten und besten Kommunikations- und Werberegionen Österreichs, betont das Führungsteam Bernhard Hafele und Hanno Schuster. „Das sind exakt jene Kompetenzen, die in Vorarlberg in hoher Qualität und Breite verfügbar sind."
„Wir sehen weiterhin keinen sachlichen Grund, warum diese Leistungen weder ausgeschrieben noch an Kommunikationsexpertinnen und -experten im Land vergeben wurden, und ersuchen um eine entsprechende Erklärung", erklären Bernhard Hafele und Hanno Schuster vom Leitungsteam der Kreativwirtschaft abschließend.