Kreativwirtschaft bleibt stabiler Motor
Trotz Rezession zeigen sich kreative Branchen robuster als die Gesamtwirtschaft.
Mehr als 214.000 Menschen arbeiten österreichweit in rund 80.200 Betrieben – auch für Vorarlberg ist die Kreativwirtschaft ein zentraler Innovationsfaktor:
Die Kreativwirtschaft bleibt ein wesentlicher Teil des Wirtschaftsstandorts Österreich. Laut Kreativwirtschaftsbericht 2026 erwirtschafteten die Creative Industries zuletzt 31,3 Milliarden Euro Umsatz. 13,3 Prozent aller Unternehmen zählen zu diesem Bereich. Trotz konjunkturellem Gegenwind entwickelte sich der Sektor stabiler als die Gesamtwirtschaft: Die Zahl der Betriebe blieb nahezu konstant, Beschäftigung und Umsätze gingen nur leicht zurück. Besonders stark vertreten sind Kunstmarkt, Werbung sowie Software und Games. Insgesamt sind die Branchen exportorientiert – 43 Prozent der Unternehmen verkaufen Leistungen auch ins Ausland.
Kleinteilige Struktur als Stärke
Charakteristisch ist die Struktur: Im Österreichschnitt arbeiten drei Personen pro Betrieb, 76 Prozent sind Ein-Personen-Unternehmen. Zwei Drittel erzielen weniger als 50.000 Euro Jahresumsatz. Gleichzeitig gelten die Creative Industries als flexibel und innovationsnah – Eigenschaften, die gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen Stabilität schaffen.
Die österreichische Kreativwirtschaft ist ein Ökosystem der Vielfalt – getragen von Kleinstunternehmen, die mit Flexibilität und Innovationskraft rasch auf neue Trends reagieren. Zugleich brauche diese Struktur passgenaue Unterstützung bei Finanzierung, Wachstum und langfristiger Stabilität heißt es aus der Branche.
Bedeutung für Vorarlberg
Auch in Vorarlberg prägen kleine Agenturen, Designstudios, IT- und Kommunikationsbetriebe das Bild. Die Arbeitsweise ist projektbasiert, digital und stark vernetzt. „Auch in Vorarlberg sind rund 90 Prozent der Kreativbetriebe Ein- oder Zwei-Personen-Unternehmen. Vernetzung und kontinuierliche Weiterbildung sind daher entscheidend, um diese Stärke langfristig zu sichern“, betonen Bernhard Hafele und Hanno Schuster vom Leitungsteam der Kreativen Wirtschaft Vorarlberg. Mit über 1.000 Mitgliedern in der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation und gemeinsam mit den Berufsfotograf:innen und Filmschaffenden steht die kreative Wirtschaft insgesamt für mehr als 2.500 Arbeitsplätze und damit für einen relevanten Teil der regionalen Wertschöpfung.
Investitionen fließen vor allem in Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle. Der Ausblick bleibt vorsichtig, aber stabil – die Branche wirkt weiterhin als Impulsgeber für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung im Land.
Foto: Das Leitungsteam unserer Kreativen Wirtschaft Vorarlberg, Bernhard Hafele und Hanno Schuster.