Viermal im Jahr organisieren die Brini Fetz (Foodbrand und Design, Hej Studio) und die interdiszipline Gestalterin Brini Fetz (aus Lochau die Vorarlberger Treffen von Ladies, Wine & Design. Das von Jessica Walsh gegründete Netzwerk bringt weibliche Kreativschaffende in kleiner Runde zusammen. Der Rahmen ist bewusst kompakt, die Teilnahme kostenlos, die Gespräche direkt. Es geht um Austausch, Unterstützung, Einblick in Arbeitsrealitäten. „Connecten und supporten ist unser Credo“, so Brini Fetz, die nach der erfolgreichen Gruppenausstellung mit 60 Kreativschaffenden im Vorjahr in der CampusVäre heuer erneut eine solche Präsentation organisieren.
Porzellan als weißes Gold
Diesmal führte der Abend zu Patsy Grabher-Fenkart nach Lustenau. Die Produktdesignerin studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien, arbeitete für unterschiedliche Unternehmen im Designbereich und entwickelte anschließend ihre eigene Porzellanserie. In ihrer Werkstatt gab sie Einblick in die Herstellung und sprach über die handwerkliche Fertigung und ihre Produktdesignentscheidungen. In der beeindruckenden Werkstatt, deren Ausstellungsstücke von einer skandinavischen Farbpalette geprägt sind, gab die Designerin LWD detaillierte Einblicke in ihr Schaffen: „Porzellan ist die Königsdisziplin in der Keramik. Das Material ist das teuerste, nicht umsonst wird es das weiße Gold genannt"
Handgefertigte Einzelstücke
Porzellan entsteht im Gussverfahren. Masse und Farbe werden gemischt, in Formen gefüllt, getrocknet und versäubert. Es folgen Rohbrand, mit dem Schwamm nachbehandeln, Glasieren, Glasurbrand, Schleifen, Signieren. Ein Werkstück wird im Schnitt 25mal zur Hand genommen. Kleine Abweichungen in Form und Farbton bleiben sichtbar und prägen den Charakter der Objekte. Viele Formen fertigt Grabher-Fenkart selbst, andere kommen vom Formenbauer. Bei den Glasuren arbeitet sie mit Kontrasten zwischen matt und glänzend. Teller, Tassen, Vasen, Schälchen, Eierbecher und Co: Die edlen, handgefertigten Einzelstücke sind dünnwandig, robust und für den Alltag auch für die Reinigung in der Spülmaschine geeignet.
Dialog zwischen Porzellanobjekten
Zwischen Formen, Werkzeugen und fertigen Serien entwickelte sich ein lebendiger Dialog über Materialkenntnis, Selbstständigkeit und Produktionspraxis. Fragen wurden gestellt, Erfahrungen geteilt, Kontakte geknüpft. Kulinarisch verwöhnt wurde die Gruppe von Andrea Bilgeri, die kleine Köstlichkeiten auf dem schönen Patsy-Porzellan kredenzte. Ein konzentrierter Abend im Sinne des Formats: begegnen, voneinander lernen, einander stärken. Die Werkstücke von Patsy Design sind an zwei Wochentagen (Mo und Fr) in ihrer Werkstatt, im Lustenauer „Botta“, im „Sasu“ in Dornbirn und Geschenk und Handwerk in Bezau erhältlich.