Simone Angerer: Zwei Projekte auf Staatspreis-Shortlist

Grafikdesignerin Simone Angerer erreicht mit Raum- und Ausstellungskonzepten die Finalrunde des Staatspreis Design 2026.

37_Einreichung_FriedenTun_Staatspreis_V2_1_5_AngelaLamprecht(1)

Doppelte Anerkennung für Gestaltung aus Vorarlberg: Die Designerin Simone Angerer steht mit zwei Einreichungen in der Kategorie Environment & Space auf der Shortlist des Staatspreis Design 2026. Sowohl das Umbau- und Nutzungskonzept „Zukunft ist Gut: Eine Schule wird zur Guten Stube“ als auch die Ausstellung „FRIEDEN TUN“ ziehen in die finale Jurierungsrunde am 14. Februar im designforum Wien ein. Beide Arbeiten zeigen Design als Werkzeug gesellschaftlicher Prozesse – nicht als formale Lösung, sondern als räumliche Infrastruktur für Begegnung, Austausch und Teilhabe.

Schule als offener Lebensraum

Die Gute Stube Bersbuch transformiert ein ehemaliges Schulgebäude behutsam in einen generationenübergreifenden Treffpunkt. Statt Neubau setzt das Projekt auf Weiterbauen im Bestand: freigelegte Materialien, warme Terrazzo-Flächen, ein zurückhaltendes Ton-in-Ton-Farbkonzept und Möbel aus vorhandenen Beständen schaffen eine ruhige, einladende Atmosphäre. Flexible Räume, Vorhanglösungen, akustische Beruhigung und offene Aufenthaltsbereiche ermöglichen vielfältige Nutzungen durch Jugendliche, Vereine und die Gemeinde. Der Prozess war kollaborativ angelegt – von Planung über Ausbau bis zur Mitwirkung junger Menschen vor Ort. So entsteht ein konsumfreier Ort, der im ländlichen Raum eine soziale Lücke schließt und zeigt, wie Leerstand mit einfachen Mitteln aktiviert werden kann.

Frieden als räumlicher Prozess

Die Ausstellung FRIEDEN TUN übersetzt ein komplexes gesellschaftliches Thema in ein begehbares System. Ein kreisförmiger Meeting-Ort bildet das Zentrum, umgeben von modularen Informationsstationen. Wissen, Austausch und Rückkehr in die Gemeinschaft sind räumlich angelegt. Recycelte Refelt-Paneele, Second-Life-Holz und vollständig zerlegbare Module folgen Prinzipien des zirkulären Bauens. Kinder- und Lesestationen, unterschiedliche Sitzangebote sowie ein klares grafisches Leitsystem gewährleisten breite Zugänglichkeit. Szenografie, Grafik und Vermittlung greifen ineinander und machen Frieden als gemeinsamen Aushandlungsprozess erfahrbar. Beim Museums-Projekt "FRIEDEN TUN." war auch die international als Stenografie tätig Sabrina Summer beteiligt. In London arbeitet sie u.a. im Team von Ab Rogers (https://www.abrogers.com/). Mit einer Partnerin hat sie gemeinsam das Kollektiv DeMachinas (https://www.demachinas.com/) und setzt Architektur-Projekte um. 

Simone Angerer: "Beide Projekte verorten Gestaltung konsequent im gesellschaftlichen Kontext, und: dass nun beide Einreichungen diese bundesweite Anerkennung finden, ist für mich ein sehr schönes Signal.“

Der Kontakt:

Simone Angerer
Art Direction, Community Management, Grafikdesign und Leerstandsbelebung.
+43 (0) 664 8989058
www.simoneangerer.com
hallo@simoneangerer.com

 

37_Einreichung_FriedenTun_Staatspreis_V2_1_5_AngelaLamprecht(1)
99_DGS_Einreichung_Staatspreis_Design_2025_6_NinaBröll.
37_Einreichung_FriedenTun_Staatspreis_V2_1_6_AngelaLamprecht(1)
99_DGS_Einreichung_Staatspreis_Design_2025_4_NinaBröll.(1)
1/3