Wenn der Ort die Botschaft mitbestimmt

Vor fünf Jahren machte sich der Feldkircher Unternehmer Patrick Kremmel selbstständig und führt mit Digisam und Gsimedia gleich zwei Unternehmen im Bereich Außenwerbung.

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Der Wunsch nach Selbstständigkeit begleitete den heute 38jährigen bereits in jungen Jahren. Sein beruflicher Weg führte ihn nach der HTL mit Schwerpunkt Chemie zuerst in die Ausbildung zum Kältetechniker. Dort konnte er praktische Fähigkeiten vertiefen und wertvolle Erfahrung im Kundenbereich sammeln. Entscheidend waren die Motivation, eigene Ideen umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und Unternehmen nach eigenen Vorstellungen aufzubauen. 

Digitale Außenwerbung wird oft als flexible Alternative zum klassischen Plakat gesehen. Wo liegen aus Ihrer Sicht die größten strategischen Vorteile für Unternehmen und Agenturen?

Patrick Kremmel: Der größte Vorteil liegt in der Flexibilität. Inhalte können innerhalb weniger Minuten aktualisiert, ausgetauscht oder an bestimmte Ereignisse angepasst werden – ganz ohne Druck- oder Montageaufwand. Dadurch lassen sich Kampagnen gezielt nach Uhrzeit, Wetter, Standort oder Zielgruppe steuern. Für Unternehmen bedeutet das mehr Relevanz und höhere Effizienz. Agenturen können kreative Konzepte dynamischer umsetzen und laufend optimieren. Gleichzeitig ermöglicht Digital Signage eine bessere Messbarkeit und eine schnellere Reaktion auf Marktveränderungen.

Was müssen Werbeagenturen bei der Gestaltung von Sujets für LED-Walls, Schaufensterscreens oder Indoor-Monitore anders denken als bei Print- oder statischer Außenwerbung?

Patrick Kremmel: Digitale Werbeflächen bieten die Möglichkeit, Bewegung, Animationen und wechselnde Inhalte einzusetzen. Gleichzeitig ist die Aufmerksamkeitsspanne oft sehr kurz. Deshalb müssen Botschaften klar, einfach und sofort verständlich sein. Große Schriften, starke Kontraste und ein reduziertes Design sind entscheidend. Animationen sollten gezielt eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, ohne vom eigentlichen Inhalt abzulenken. Zudem müssen Gestaltung und Format an Bildschirmgröße, Auflösung und Betrachtungsabstand angepasst werden.

Viele digitale Werbeflächen stehen an stark frequentierten Orten, etwa an Straßen, bei Messen, in Freizeiteinrichtungen oder am Point of Sale. Welche Rolle spielen Standort, Tageszeit und Zielgruppe bei der Planung einer Kampagne?

Patrick Kremmel: Diese Faktoren sind entscheidend für den Erfolg einer Kampagne. Der Standort bestimmt, welche Zielgruppen erreicht werden und wie lange diese mit der Werbung in Kontakt kommen. An Straßen müssen Inhalte besonders schnell erfassbar sein. Auf Messen oder im Handel haben Besucherinnen und Besucher meist mehr Zeit für detailliertere Informationen. Auch die Tageszeit spielt eine wichtige Rolle: Morgens können andere Botschaften relevant sein als am Abend. Durch digitale Steuerung lassen sich Inhalte genau auf diese Rahmenbedingungen abstimmen und die Werbewirkung deutlich erhöhen.

Digital Signage ermöglicht schnelle Anpassungen von Inhalten. Wie verändert diese Echtzeit-Flexibilität die Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern, Kreativagenturen und Medienanbietern?

Patrick Kremmel: Die Zusammenarbeit wird deutlich agiler. Kampagnen müssen nicht mehr lange im Voraus vollständig festgelegt werden, sondern können während der Laufzeit angepasst und optimiert werden. Unternehmen können kurzfristig auf Aktionen, saisonale Ereignisse oder aktuelle Entwicklungen reagieren. Agenturen entwickeln häufiger flexible Content-Konzepte statt einzelner Sujets. Insgesamt entsteht ein kontinuierlicher Optimierungsprozess statt einer starren Kampagnenplanung.

Neben gebuchten Werbeflächen installieren Sie auch digitale Bildschirme für Unternehmen. Für welche Branchen oder Anwendungsfälle ist ein eigener Screen besonders sinnvoll – und ab wann rechnet sich eine solche Lösung?

Patrick Kremmel: Eigene digitale Bildschirme eignen sich besonders für Einzelhandel, Autohäuser, Gastronomie, Hotellerie, Einkaufszentren, Fitnessstudios, Banken, Gesundheitseinrichtungen sowie Unternehmen mit regelmäßig wechselnden Informationen oder Angeboten. Auch in Empfangsbereichen, Schaufenstern oder Produktionsbetrieben können sie für interne Kommunikation oder Kundeninformation genutzt werden. Wirtschaftlich lohnt sich die Investition vor allem dann, wenn Inhalte häufig aktualisiert werden oder regelmäßig neue Werbemittel produziert werden müssten. Durch den Wegfall von Druckkosten, die schnelle Aktualisierung und die vielseitige Nutzung amortisiert sich eine Digital-Signage-Lösung oft bereits nach wenigen Jahren – abhängig von Einsatzbereich, Bildschirmgröße und Nutzungshäufigkeit.

Andrea Fritz-Pinggera: Danke für das Gespräch!

Kontakt:

Gsimedia e.U.
Räterweg 15
6800 Feldkirch
p.kremmel@gsimedia.at
www.gsimedia.at